Zentinger Chöre stimmen auf Weihnachten ein

34. Zentinger Advent der örtlichen Gruppen – Gut 150 Besucher bei Konzert in der Pfarrkirche

Ein Bericht von Georg Thurnreiter

Zum 34. Zentinger Advent, der von den Zentinger Chören veranstaltet wird, fanden sich gut 150 Besucher in der Pfarrkirche St. Jakobus ein. Sie ließen sich mit den Weisen und Liedern, von Bläserklang und Orgelmusik und den nachdenklichen Verserl von Gerti Reinhardt auf eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit einstimmen. Die zum Schluss reichlich gegebenen Spenden gehen heuer an das „Haus der Geborgenheit“ der „Josef-Stefan-Stiftung“ in Penzling-Aholming.
Dr. Stephan Vollath als langjähriger Organisator und Chorleiter der Zentinger Chöre hatte wieder ein ansprechendes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Ihm dankte Bürgermeister Leopold Ritzinger, der die zahlreichen Besucher begrüßte, für seine jahrzehntelange Arbeit. Die Zentinger Gruppen – Kirchenchor, Frauenchor, Männerchor, Blaskapelle, Okarina-Musi und Ralf Blitz (Tenor) – und deren auswärtigen Gäste – die Erlenberg-Musi aus Thurmansbang, Franz-Xa-ver Oswald (Orgel) aus Riggerding, Juliane Müller (Sopran) aus Schöllnach-Wiesenberg sowie „Verserlschreiberin“ Gerti Reinhardt aus Deggendorf – haben mit ihren Stückl‘n, welche die Verehrung Mariens als Gottesgebärerin sowie den Advents- und Weihnachtsfestkreis und die Hl. Barbara als Patronin der Bergleute thematisierten, die Besucher verzaubert.
Mit einer Orgelimprovisation zu „Sieh, es wird der Herr sich nah’n“, das gemeinsam angestimmt wurde, leitete Franz Xaver Oswald das knapp eineinhalbstündige Programm in der mit 130 Teelichtern anheimelnd illuminierten Kirche ein. Bürgermeister Leopold Ritzinger freute sich, mit Juliane Müller und Gerti Reinhardt zwei „neue Gesichter“ begrüßen zu können. Dank zollte er Pfarrer Manfred Wurm für die Bereitstellung der Pfarrkirche, aber auch den „fleißigen Helfern“ für den Kirchenschmuck und insbesondere Jakob Moser, der die neuen Kerzenhalter hergestellt habe. Die zum Schluss erbetene Spende sei für die „Josef-Stefan-Stiftung“ bestimmt, die in Penzling-Aholming (Lkr. Deggendorf) das „Haus der Geborgenheit“, ein Wohnheim für behinderte Menschen betreibe, so Ritzinger.
Die „Erlenberg-Musi“ spielte ländlerisch mit dem „Salzburger Stub’nländler“ auf, während die Blaskapelle Zenting „Wunder über Wunder“ intonierte, bevor Ralf Blitz mit seinem ergreifenden Sologesang „Comfort ye“ aus „Messias“ von G.F. Händel in der alt-englischen Originalfassung ein Gänsehaut-Feeling zauberte, das der Kirchenchor mit dem zu Herzen gehenden „Advent is a Leucht’n“ kaum noch toppen konnte. Zum Nachdenken brachte Gerti Reinhardt mit ihrem Gedicht „Friede auf Erden“: Während wir „koa wirkliche Not“ kennen, herrsche in der 3. Welt Hunger und Krieg. „Mia miaß ma wos doa“, forderte sie, „net nur vom Frieden bloß red’n“.
Mit glockenheller und tief-emotionaler Stimme interpretierte Juliane Müller, eine angehende Grund-schul-Lehrerin, ein Mariä-Wiegenlied von Max Reger, dem der Frauenchor mit der Volksweise „Es wird ein Stern aufgehen“ im Satz von Stephan Vollath sowie das Orgel-Altflöte-Duett Oswald/Vollath mit einer „Sarabande“ v. Ph. G. Telemann folgten. Mit dem lateinisch gesungenen „Sancta Maria“ von J. Schweitzer rief der Kirchenchor inbrünstig „Maria, die hl. Gottesgebärerin“ um ihre Fürbitte an. Gerti Reinhardt mahnte mit ihrer Kurzgeschichte „Sonntag-Nachmittag“ über eine Begegnung mit einem vermeintlich „unanständigen Ausländer“ zur Umkehr, um auch dem Guten im Menschen wieder eine Chance zu geben, bevor der Frauenchor gesanglich den „Zentinger Engel des Herrn“ von Stephan Vollath betete und Franz-Xaver Oswald mit dem Marsch „Alla marcia“ des Briten Thomas Adams (1785-1858) den ersten Teil fulminant beschloss.
„Weihnacht, wie bist du schön“ jubilierten die Zentinger Bläser bevor erneut Ralf Blitz die Zuhörer mit seiner Naturstimme verzauberte: „Die Könige“ von Peter Cornelius (1824-1874) aus dem Weihnachtsliederzyklus, op. 8, des „Dichterkomponisten“ brachte er stimmgewaltig zu Gehör. s’Paradeisl“ beschrieb die „Erlenberg-Musi“ bevor die Blaskapelle mit Hörnerklang „Iatz kimmt die heil’ge Weihnachtszeit“ anstimmte und Gerti Reinhardt, begleitet von der „Erlenberg-Musi“ mit einem Satz aus der „Zentinger Jakobimesse“ von Erich Löffelmann, „Advent“ und „Gesegnete Weihnachten“ rezitierte und hinterfragte. „Jetzt fangen wir zum Singen an“ hub schließlich auch der Männerchor mit kernigem Männerg’sang an, dem die „Erlenberg-Musi“ mit der „Verträumten Weihnacht“ von Erich Löffelmann sowie Juliane Müller mit „Christbaum“, ebenfalls aus dem Weihnachtsliederzyklus von Peter Cornelius, folgten. Der Männerchor widmete der „Heiligen Barbara“ ein „Glück auf!“ und mit „Nächste Woch’is Heiliger Abend“ zeigte Gerti Reinhardt auf, was eine Hausfrau davor noch zu tun habe, während der Ehemann beim Dämmerschoppen der „staaden Weihnachtszeit“ frönt. Mit einem „pfiffigen Landler“ von der Okarina-Musi, der Aufforderung durch den Männerchor „Nun freut euch, liebe Menschen“ von Kathi Stimmer-Salzeder und dem gemeinsam gesungenen „Tochter Zion“, zu dem sich alle Mitwirkenden im Altarraum einfanden, wurde das beeindruckende Adventsingen beendet, für das sie von den Besuchern mit einem langanhaltenden Beifall bedacht wurden.

Foto: Georg Thurnreiter

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