Musikalisch auf den Advent eingestimmt

Kulturverein bot zum 31. Adventskonzert Gesang und Instrumentalmusik auf hohem Niveau

Text und Foto:  Georg Thurnreiter

Thurmansbang. Eine „wunderbare Einführung und vertraut machen mit der Adventszeit“ ist nach den Worten von Pfarrer Manfred Wurm dem Kulturverein Thurmansbang mit der Auswahl der Interpreten und Stücke beim 31. Adventskonzert gelungen. Klassische Werke, staade Weisen, Blasmusik-Choräle und besinnliche Lieder, von den Interpreten auf hohem Niveau vorgetragen, hatte Kulturvereinsvorsitzende Heike Dülfer in gelungener Weise zu einem wahren Ohrenschmaus zusammen gestellt, der den Zuhörern eine besinnlich-vorweihnachtliche Stunde bescherte.
Die Kulturvereinsvorsitzende hieß alle Besucher mit einem herzlichen „Grüß Gott!“ willkommen und dankte dem Hausherrn, Pfarrer Manfred Wurm, für die Bereitstellung der Pfarrkirche und für seinen Part als Vorleser. Mit Genugtuung stellte sie einzelnen Gruppen vor, die sie für das Konzert gewinnen konnte. Darunter neben den „Grafenauer Blechbläsern“ und dem Thannberger Kirchenchor vor allem die „Greisinger Stub’nmusi“ und das Klarinettenquartett der Stadtkapelle Grafenau, die erstmals in Thurmansbang zu hören seien. Ihr Dank galt ferner Mesnerin Irmgard Schmid, welche das Gotteshaus wieder in adventlichem Schmuck erstrahlen ließ.
Das Konzert eröffneten die „Grafenauer Blechbläser“ unter Leitung von Matthias Schubert mit einer Choralpartita von Gustav Gunsenheimer – „Macht hoch die Tür“ ertönte von der Empore herab in ungewohnter, aber bester Blasmusik-Tradition. Das Quartett mit Schubert und Wolfgang Kreuzer (Trompete), Herbert Töpfl (Bariton) und Josef Ponigl (Posaune) glänzte weiter mit einer „Sinfonia“ von Johann Sebastian Bach. Dass Trompeten und Posaunen auch mit leisen Tönen beeindrucken können, bewies sie mit dem romantischen „Air“ von Reinhard Gramm. Bläser-Choral vom Feinsten war beim Präludium und Choral zu „Bleib bei mir Herr“ von Raimund Schächer geboten.
Der „Thannberger Kirchenchor“ unter Leitung von Peter Ritzinger, der auch an der Orgel begleitete, stellte sich dem Publikum mit dem bekannten und beliebten Weihnachtslied „Freue dich Welt, dein König naht“ von G.F. Händel (1733) vor. Die Geburt Christi verkündend stehe „A Stern am Himmel“, diese Weise des Komponisten der „Waidlermesse“ Ferdinand Neumaier, brachte der 9-stimmige Frauenchor eindrucksvoll zu Gehör. Im Duett interpretierten Nicole Fröhler und Johann Feichtinger die Herbergssuche nach der Komposition „Falte deine Hände“ von Rolf Krenzer; den Chorsatz dazu hatte Peter Ritzinger als Wechselgesang gestaltet. Mit dem Andachtsjodler „Djo, djo i ri“, einem volkstümlichen südtiroler Männergesang, bekannt geworden durch die „Bauernmesse“ von Annette Thoma, ließen die sechs Männer des 15-köpfigen Chores „Gänsehaut-Feeling“ zurück.
Als neue Gruppe in der Runde war die „Greisinger Stub’nmusi“ in der klassischen Besetzung mit Hackbrett (Leiter Helmut Reinhardt), Geige (Sophie Thiele), Zither (Monika Schiller) und Gitarre (Jutta Hansl) aus Deggendorf angereist, die in den 70er Jahren als Begleitmusik der „Greisinger Sänger“ gegründet wurde. Aus ihrem vielseitigen Repertoire erklangen Eigenkompositionen von Helmut Reinhardt wie auch alte Volksweisen. Der „Winter in St. Petersburg“ war bestückt mit bekannten Melodien und ließ die „russische Seele“ spüren. Mit der „Mitterndorfer Redoute Nr. 5“ brachte man einen deutschen Tanz aus dem Passeiertal gekonnt zu Gehör. „A staads Walzerl“ und „Ruhig am Fluss“ aus der Feder Reinhardts rundeten den virtuosen Auftritt der „altgedienten Laienspieler“ ab.
Musikalische „Kücken“ waren dagegen die vier jungen, hübschen Damen, die sich aus der Stadtkapelle Grafenau als Klarinettenquartett zusammengefunden haben. Ihre Ägide begann erst vor rund zwei Jahren und noch immer fühlen sie sich unter den Fittichen ihrer Ausbilderin, der Stadt-kapellenmeisterin Ingrid Grötzinger, gut betreut. Nadja Schopf, Veronika Dankesreiter, Anna Schubert und Verena Bschlangaul hatten aus den „Flötenuhrstücken“, die Joseph Haydn für sogenannte Flötenuhren, mechanische Uhren mit einer kleinen Orgel, komponiert hatte, ein Allegretto und zwei Menuetts ausgewählt, die so recht in das adventliche Programm passten.
Zwischen den Gesangs- und Instrumentalstücken fügte Pfarrer Manfred Wurm „Gedanken zum Innehalten“ ein, die er dem Meisterwerk des französischen Autors Antoine de Saint-Exupèrys „Derkleine Prinz“ entnahm. Dieser war von einem fremden Stern auf die Erde gefallen und suchte die Menschen. Doch weder die Schlange oder die Blume in der Wüste, der Fuchs unterm Apfelbaum noch der Weichensteller wussten Rat. Einsam ist es bei den Menschen, sie sind vom Wind verweht, denn es fehlen ihnen die Wurzeln, man müsse sich erst mit ihnen vertraut machen, sie sind nie zufrieden, stellten sie fest. Nur ihre Kinder, die mit Puppen spielen, „haben es gut“. Wurm oblag es schließlich auch den Applaus, des Künstlers Brot, von den rund 60 Zuhörern einzufordern, der gerne gegeben wurde. Wurm dankte allen Mitwirkenden für die wunderbar gestaltete adventliche Stunde, die beeindruckt habe, und gratulierte dem Kulturverein zur gelungenen Organisation. Abschließend lud er alle Besucher und Mitwirkenden zu einem gemütlichen Beisammensein bei Glüh-wein, Punsch und Kuchen in den „Alten Pfarrhof“ ein. Mit dem gemeinsam gesungenen „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ klang die besinnliche Einstimmung auf die nun beginnende Adventszeit aus, deren 4. Strophe beginnt mit „Nun leuchtet’s in den Herzen“.

Text und Foto: Thurnreiter
„Greisinger Stub’nmusi“ in der klassischen Besetzung mit Hackbrett (Leiter Helmut Reinhardt), Geige (Sophie Thiele), Zither (Monika Schiller) und Gitarre (Jutta Hansl) aus Deggendorf
Grafenauer Klarinettenquartett, Nadja Schopf, Veronika Dankesreiter, Anna Schubert und Verena Bschlangaul
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