Bewegender Abschied für einen „Clown Gottes“

Bericht und Foto von Georg Thurnreiter

Manfred Reichl war 34 Jahre als Lektor, Kommunionhelfer und Gottesdienstleiter im Pfarrverband Thurmansbang

In der Pfarrei Thurmansbang wurde am vergangenen Samstag das Pfarrgartenfest  gefeiert (wir berichteten). Beim Sonntagvorabendgottesdienstverabschiedete Pfarrer Benedikt Oswald außerdem den langjährigen Gottesdienstleiter Manfred Reichl.

„Er ist der Ursprung allen Lebens“ interpretierte der Chor, während Pfarrer Oswald die Glaubensfeier als spürbare Einbindung Jesu in unsere Mitte bezeichnete. Wie bei Martha und Maria, die ihn in ihr Haus einluden, dürfen auch wir Jesus in unser Haus bzw. Herz einladen. Die Begegnung von Martha und Maria mit Jesus, wie im Evangelium verkündet, griff Oswald in seiner Predigt erneut auf. Da sein für einander, dem Nächsten Zeit zu schenken, aber auch Zeit für sich selbst zu nehmen, dies seien Alleinstellungsmerkmale unseres Glaubens. Und da gebe es in unserer Kirchengemeinde noch „Luft nach oben“. Der Geistliche lud die Gottesdienstbesucher ein, mutig den Glauben zu leben und aktiv daran mitzuwirken, dass der Glaube in der Gemeinschaft lebt. Denn Glaube wachse da, wo aktive und engagierte Menschen ihn leben.

Am Ende des Gottesdienstes, der vom Chor „Horizont“ aus Oberpolling unter Leitung von Renate Häusler schwungvoll umrahmt worden war, wurde ein solcher „Verkünder des Glaubens“, der über 34 Jahre als Lektor, Kommunionhelfer und Gottesdienstleiter in der Pfarrei und im Pfarrverband gewirkt hatte, verabschiedet. Lehrer Manfred Reichl werde sich nämlich nach seiner Ruhestandsversetzung nochmals verändern, so Pfarrer Oswald, und habe sich dafür einen neuen Ruhestandswohnsitz geschaffen. Zum Dank und „damit der Abschied a bisserl härter wird“ überreichte der Pfarrer ihm ein Bild mit allen Kirchen des Pfarrverbandes, in denen Reichl gewirkt habe und ihn so immer wieder an sein langjähriges Wirken erinnern.

Mit einem tiefen „Schnauferer“ begann Manfredl Reichl seine Abschiedsworte, die er unter den Spruch stellte „Was ist das Leben – ein kurzes Grüßen und ein Abschied-nehmen-müssen“. Das bedeute für ihn aber auch Danke sagen zu wollen „bei Ihnen und euch allen für die gemeinsame Zeit, dass ihr mich so angenommen habt, wie ich bin“ – einerseits der „Clown Gottes“ bei unzähligen Blumenfest-Gottesdiensten, aber auch als ernsthafter und überzeugter Verkünder der Frohbotschaft des Evangeliums in den Wortgottesdiensten und im Religionsunterricht der Schule.

Dafür danke er vor allem den Geistlichen dieser Zeit – Pfarrer Franz Gscheider, Pfarrer Paul Zillner, Pfarrer Manfred Wurm und nun Pfarrer Benedikt Oswald – für das Vertrauen, das sie alle in ihn gesetzt haben. Desweiteren allen Thurmansbanger und Saldenburger Freunden und Bekannten; auch in der „Hl. Familie“ zu Saldenburg habe er sich wohl gefühlt. So gehe sein erster Dank an Maria Kapsner, die ihn 1985 unter ihre Fittiche nahm und ihm heute immer noch eine geschätzte und geachtete Freundin sei.

Einen besonderen Dank sprach er seiner „Wesensverwandten Gisi II“ (Krickl) aus, die ohne es zu wissen sein christliches Lebensmotto „Die Sache Jesu braucht Begeisterte“ mit ihm teile. Nicht zuletzt galt Reichls Dank seiner Gattin „Gisi I“, die immer ein ungutes Gefühl plagte, wenn er in der weißen Albe unterwegs war, aber im Hintergrund stets unterstützend an seiner Seite stand.

So wolle er schließen, wie es sich für einen Wortgottesdienstleiter ziemt, mit dem Segen: „Du Gott des Weges, segne uns. Segne den Aufbruch, behüte, was ich zurücklasse. Schütze das Neue, das ich wage, begleite mich beim ersten Schritt. Segne das Ankommen, sei du mein Ziel, richte meine Schritte auf dich hin aus. Umgib uns mit deinem Segen, damit wir uns auf den Weg machen können, auf den Weg zu dir und zu den Menschen. Amen“. „Auf Wiedersehen, es war mir eine Ehre“, schloss Manfred Reichl mit bewegenden Worten, die mit einem donnernden Applaus der Gottesdienstbesucher erwidert wurden, wie es das Gotteshaus schon lange nicht mehr erfüllt hatte.

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