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Installation Pfarrer Benedikt Oswald im Pfarrverband Thurmansbang

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Den Menschen den Himmel offen halten!

Ein Bericht von Stefan Hundsrucker

Dekan Kajetan Steinbeißer installiert in feierlichem Gottesdienst Pfarrer Benedikt Oswald im Pfarrverband Thurmansbang.

In einem feierlichen Gottesdienst wurde Pfarrer Benedikt Oswald als neuer Pfarrherr im Pfarrverband Thurmansbang installiert. Vertreter aus dem Pfarrverband, den Kirchengremien und den politischen Gemeinden sowie viele Pfarrangehörige wurden Teil der feierlichen Installation, mit der Dekan Monsignore Kajetan Steinbeißer Benedikt Oswald, der bisher als Kaplan im Pfarrverband Hauzenberg tätig war, in seine neue Funktion einführte.

„Sechs Jahre ist es nun her, dass du im Hohen Dom zu Passau deine Priesterweihe empfangen hast“, so eröffnete Dekan Monsignore Kajetan Steinbeißer in sehr persönlichen Worten den Installationsgottesdienst in der Thurmansbanger St.-Markus-Kirche. Zuvor hatte sich ein langer Kirchen- und Festzug durch Thurmansbang geschlängelt, um den neuen Pfarrherrn
als sichtbares Zeichen des Glaubens und der Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger an seinem neuen Wirkungsort zu begrüßen. Abordnungen der Freiwilligen Feuerwehren und der Soldaten- und Kriegervereine aus den Gemeinden Thurmansbang, Saldenburg und Zenting, Frauenbund und Frauenkreis, Singkreis und Kirchenchor, Kirchenjugend, Vertreter der politischen Gemeinden und viele Pfarrangehörige hatten sich in den Zug eingereiht und zogen in die geschmückte Pfarrkirche ein, die dann bis auf den letzten Platzt besetzt war.
Kurz schlossen sich die Pforten der Kirche wieder, um den neuen Pfarrer dann auch wirkmächtig und formell begrüßen zu können, was Dekan Kajetan Steinbeißer neben dem offiziellen Lektorat auch in einem symbolischen Akt vollzog: Nach den begrüßenden Worten durch Kirchenpfleger Konrad Pfoser überreichte der Dekan dem neuen Pfarrer die Schlüssel zu seinem neuen Wirkungsfeld. Erst dann öffneten sich die Pforten der Pfarrkirche, und der Zug aus Dekan, begleitenden Pfarrern und Kooperatoren, Ministranten und dem an diesem Tag im Mittelpunkt stehenden Pfarrer Benedikt Oswald schritt den langen Mittelgang der Kirche entlang.
Dekan Steinbeißer blickte in seiner Statio dann auf die vergangenen Jahre des Wirkens des neuen Pfarrers zurück. So habe er in den zurückliegenden sechs Jahren als Kaplan in Eichendorf im Rottal sowie im Granitland Hauzenberg seinen kirchlichen Dienst versehen. Seit 1. September nun ist er zum neuen Pfarrherrn in Thurmansbang bestellt. Steinbeißer dankte an dieser Stelle auch allen Pfarrangehörigen für die Bereitschaft, den neuen Pfarrer in ihrer Mitte aufzunehmen. Gerade dieses Miteinander versprühe den Geist und das Leben, das in der Kirche notwendig sei. „Dadurch“, so der Dekan, „wird Christus gegenwärtig in der Kirche, gerade in Zeiten, wo die Kirche viel Gegenwind verspürt und erfährt.“
Die Lesungen, vorgetragen von Vertretern aus den Pfarreien Thurmansbang und Zenting, griffen dieses Thema auf und verwiesen ebenfalls auf das notwendige Miteinander in der kirchlichen Gemeinschaft.
Die Predigt stellte Dekan Steinbeißer ganz unter das Motto des Schulbeginns sowie unter die Thematik der Familie und des Dienens, die er dann ganz speziell auf die Tätigkeit des neuen Pfarrers auslegte. Immer wieder beginne das Schuljahr mit dem Ziel, den Kindern im Unterricht, im Religionsunterricht ebenso wie in anderen Fächern, etwas beibringen zu wollen. Und doch – so der Dekan nachdenklich – funktioniere das nicht immer und der Lehrer gewinne den Eindruck, die Schüler hätten nichts kapiert. „Und dann kommt noch irgendeine Frage, die so gar nichts mit dem eigentlichen Stundenthema zu tun hat und zeigt, dass man als Lehrer sein Ziel verfehlt hat“, so der Dekan. Gerade hier aber schreite Jesus ein und werbe für den Dienst am Nächsten. Jesus sei – dem Evangelium folgend – vor ähnlichen Herausforderungen gestanden und wollte seine Jünger bereits auf Tod und Passion vorbereiten. Gerade das aber sei an deren Unverständnis gescheitert. Mangelndes Verständnis, Desinteresse, die fehlende Bereitschaft, Fragen zu stellen – all das müsse zum Scheitern führen. Und doch habe Jesus nicht aufgegeben. Steinbeißer spannte den Bogen von diesem urchristlichen Erlebnis bis zu den aktuellen Zeiterscheinungen, in denen jeder nur sich selbst der Nächste sei, mehr darauf verwende, sich selbst ins rechte Licht zu stellen oder immer danach zu fragen, was bestimmte Handlungen oder Entscheidungen für einen selbst an Vorteil brächten. Hier böte aber Jesus die Antwort, indem er schlicht zur Aufnahme von Kindern anrege als lebendiges Beispiel dafür, dass Egozentrik und Selbstverliebtheit nicht die richtigen Ratgeber seien. Das Dienen würde so jeden Tag erspürbar.
„Ein Kind aufnehmen hat mit Aufwand, Geduld, Zeit, Ausdauer und Geld zu tun, vor allem aber mit Liebe!“ Viele würden diesen Aufwand in der heutigen Zeit scheuen, so der Dekan, doch ebenso habe er erkennen dürfen, wie viele gerade darum kämpfen und sich danach sehnen, diesen Aufwand und diese Liebe zu einem Kind gerne zu leisten. Die Aufnahme eines Kindes bedeute so in erster Linie einen Perspektivenwechsel, der jedem sage „Schau auf dein Kind und nicht in erster Linie auf dich“, so der Dekan. Dienen heiße, seinen Blick vom ICH auf das DU zu wenden und sich dem anderen hinzugeben.
Ähnlich verhalte sich dies auch beim Wechsel eines Pfarrers. Viele würden ihre eigenen Erwartungen auf den Pfarrer projizieren. Seien enttäuscht, wenn nicht alles so umgesetzt werde, wie man selbst sich dies vorgestellt habe. Doch seien gerade Änderungen in vielerlei Hinsicht – ob Termine, Gottesdienstzeiten, organisatorische Abläufe und dergleichen – nicht immer so gestaltet, dass jeder sich selbst darin verwirklicht sehe. Dienen heiße aber im Umkehrschluss eben auch, dass ein Pfarrer kein Wunschkonzert bedienen müsse oder zu einem Selbstbedienungsladen verkomme. „Dienst am Menschen heißt“, so Steinbeißer: „für die Armen und Schwachen, für die Alten und Kinder, für die zu kurz Gekommenen, da zu sein. Aber es heißt auch, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, die nicht immer einfach sind.“ Ein Pfarrer sei nicht immer der „Hansdampf in allen Gassen“, sondern ganz im Gegenteil der, der für die Menschen den Himmel offenhält und das Heilige im Leben bewahrt. In diesem Sinne wünschte der „Vorgesetzte“ dem neuen Pfarrer in Thurmansbang Gottes Segen und Kraft, um diesen Weg für die Gläubigen immer offenhalten zu können.
Im Anschluss an diese wortgewandte und eingehende Predigt verlas der Dekan die Ernennungsurkunde zum neuen Pfarrherrn und fragte die einzelnen Pflichten des neuen Pfarrers ab, worauf dieses jeweils sein „Ich bin bereit“ als Antwort gab.
Im kirchlichen Zeremoniell folgte die Ausdeutung der „Insignien“ des Pfarrers: Priestersitz, Ambo und Altar, die nach ihrer jeweiligen Funktion interpretiert und ausgelegt wurden. Auch die Vertreter der kirchlichen Gremien waren in die Zeremonie eingebunden, indem Sie dem neuen Pfarrer den Friedensgruß spendeten als Zeichen ihrer Treue. An den neuen Pfarrer, das Bistum, den Bischof sowie an Jung und Alt waren die Fürbitten gerichtet, die von Vertretern aus den Kirchen in Saldenburg und Solla vorgetragen wurden.
Zum Abschluss des Gottesdienstes richtete Kirchenpfleger Konrad Pfoser das Wort an die Pfarrangehörigen und drückte seine Freude aus, Herrn Pfarrer Oswald nun im Pfarrverband zu haben. Vorstellungen von Veränderungen habe er spüren können in ersten gemeinsamen Gesprächen, aber auch mit vielen Aufgaben würde sich der neue Pfarrer beschäftigen müssen, wie etwa der Umstrukturierung der kirchlichen Kindergärten. Zu all diesen Aufgaben wünschte Pfoser dem neuen Pfarrherrn Gottes Kraft und Selbstvertrauen, aber auch Mut, um die Aufgaben anzugehen. „Bewährtes darf gerne bleiben, Neues darf entstehen“, so Pfoser.
Für die politischen Gemeinden Saldenburg, Thurmansbang und Zenting, deren Bürgermeister Max König, Martin Behringer und Leopold Ritzinger der Installierung beiwohnten, richtete das Thurmansbanger Gemeindeoberhaupt seine Worte an den neuen Pfarrer und die Gottesdienstbesucher. Er freue sich auf die gute Zusammenarbeit, hätten doch Politik und Kirche das gleiche Ziel: den Menschen zu dienen. „Wir gehen Hand in Hand in die Zukunft, bringen frische Ideen ein“, so Behringer. Jeder Wechsel setze neue Akzente, müsse aber auch darauf achten, Kontinuität zu wahren. Als Geschenk überreichten der Pfarrverband die drei Gemeinden dem neuen Pfarrherrn ein Acrylbild mit der Darstellung aller fünf Kirchen im Pfarrverband.
Das letzte Wort im Gottesdienst hatte dann aber Pfarrer Benedikt Oswald, der sich bei allen Beteiligten, Familie, Vereinen, Gremien, Organisatoren und Helfern bedankte, die den Installationsgottesdienst mitgestaltet hatten, sowie bei seinen Pfarrhaushälterinnen. Besonderen Dank sprach er der Feuerwehr aus Furtweiher bei Hauzenberg aus, die ihn in die neue Kirche begleitet hatte, ihn, der selbst ein aktiver Feuerwehrler ist. „Aber“, so Oswald, „mein Helm hat nun einen neuen Platz gefunden: Seit gestern hängt er im Feuerwehrhaus in Thurmansbang“.
Der Gottesdienst klang feierlich aus mit „Großer Gott wir loben dich“, das die Festgemeinde zusammen mit dem Saldenburger Singkreis unter der Leitung von Maria Kapsner anstimmte, der mit Unterstützung der Thurmansbanger Sängerinnen und Sänger bereits den gesamten Gottesdienst musikalisch umrahmt hatte. Beim anschließenden Stehempfang in der Thurmansbanger Festhalle bestand die Möglichkeit zu einem ersten persönlichen Kennenlernen des neuen Pfarrers.

Pfarrer Oswald und Dekan Steinbeißer

 

Die Vertreter aus der Politik mit ihrem Geschenk, v. li. Bgm. Martin Behringer, Max König, Leopold Ritzinger, Pfarrer Benedikt Oswald und Kirchenpfleger Konrad Pfoser

 

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