Ein halbes Jahrhundert um Kirche Saldenburg gekümmert
Maria Kapsner aus Dank und Wertschätzung zur Ehrenkirchenpflegerin ernannt

Ein Bericht von Georg Thurnreiter

„Für diesen Anlass gab es keine vorgefertigte Urkunde im Bischöflichen Ordinariat“ stellte Pfarrer Benedikt Oswald in seiner Einleitung den seltenen und besonderen Charakter der bevorstehenden Würdigung heraus. Bischof Stefan Oster höchstpersönlich habe deshalb die Urkunde unterzeichnet, welche den Dank des Bistums für eine ununterbrochene,
50-jährige Tätigkeit als Kirchenpflegerin ausspreche und ihren besonderen Einsatz würdige.
Diese besondere Ehre sei Maria Kapsner zuteil geworden, welche nach der Wahl einer neuen Kirchenverwaltung „ins zweite Glied“ zurückgetreten sei. „Es freut mich besonders, dass es kein endgültiger Abschied ist, sondern sie uns als Kirchenverwaltungsmitglied erhalten bleibt – hoffentlich noch viele Jahre“, betonte Oswald. In Verbindung mit der Vorstellung der neuen, zukünftig vierköpfigen Kirchenverwaltung (KV) wolle man ihre zurückliegenden 50 Jahre als alleinige Kirchenpflegerin von Saldenburg besonders würdigen. Dazu begrüßte Pfarrgemeinderatsvorsitzender (PGR) Dr. Stefan Hundsrucker die bisherigen PGR- und die neuen KV-Mitglieder, Bürgermeister Max König und etliche Gemeinderäte und nicht zuletzt den langjährigen PGR-Vorsitzenden Karl Klessinger.
Vor über 60 Jahren nahm in Saldenburg die Idee, ein eigenes Gotteshaus zu bauen, konkrete Züge an, blickte Hundsrucker zurück. 1962 konnte schließlich das Haus „Zur Hl. Familie“ eingeweiht werden. „Damit war sicherlich ein Einschnitt im kirchlichen Leben, aber auch in unseren Herzen verbunden“. Viele Pfarrangehörige brachten sich in diese „neue Familie“ ein, wie dies auch in einer richtigen Familie geschehe, ohne dass alles offenkundig werde. Nun sei ein neues „Familienoberhaupt“ bestellt worden, das von einem erweiterten Gremium unterstützt werde. So kümmere sich Josef Dannecker künftig um die Kassenführung, Klaus Schrottenbaum erledige das Schriftliche, während Alois Weber als neuer Kirchenpfleger die Gesamtverantwortung übernehme. Maria Kapsner bleibe als „Urgestein“ und Mitglied der ersten Stunde beratend im Hintergrund. Weiter seien „geborene“ Mitglieder der Pfarrer und er, Hundsrucker, als PGR-Vorsitzender.
Dem neuen Kirchenpfleger Alois Weber oblag die Aufgabe, „aus fast 40 Jahren persönlicher Begleitung des Geschehens deinen immensen Einsatz für unsere Kirchengemeinde Saldenburg in den letzten 60 Jahren zu würdigen“, der 1959 mit der Gründung eines Kirchenbauvereins, zusammen mit Initiator Franz Graf von Stillfried, dem damaligen Pfarrer Franz Gscheider und dem damaligen Kaplan Alois Jordan begann, den sie fortan als Schatzmeisterin verantwortlich begleitete. Als nach dem Kirchenbau 1960 und dessen Einweihung 1962durch Bischof Simon Konrad 1969 die Bauschulden abbezahlt waren, musste eine Sonderregelung für die neugegründete Kirchenstiftung Saldenburg getroffen werden, erinnerte Weber. „Ab da, also heuer 50 Jahre, übst du das Amt des Kirchenpflegers, jeweils in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen PGR-Vorsitzenden, aus“.
Weber rief einige wichtige Baumaßnahmen nach dem Kirchenbau in Erinnerung, die Maria Kapsner durchführen ließ. „Du kümmerst dich aber nicht nur um den Kirchenbau, sondern auch um das Kirchen-leben“, fuhr Weber fort. „Für dich war stets die Kirche und die Kirchenfamilie sehr wichtig“. Das kirchliche Leben war ihr über 50 Jahre ein besonderes Anliegen. Mütterlich habe sie in den letzten Jahren die indischen Patres begleitet.
Diese außergewöhnlichen Leistungen seien bereits vor Jahren mit der Verleihung der Stephanusplakette durch den Bischof sowie mit der Verleihung der Bürgermedaille der Gemeinde Saldenburg gewürdigt worden. „Heute ernennen wir dich für deine großen Leistungen für unsere Kirchengemeinde, aus Dank und Wertschätzung, zur ‚Ehrenkirchenpflegerin‘ der Kirche Saldenburg“, erklärte Alois Weber abschließend. Neben einem Blumenstrauß fürs Wohnzimmer solle ein bleibendes, seltenes Gewächs – eine Apfelquitte – sie und die nachfolgenden Generationen an „deinen unbezahlbaren, jahrzehntelangen Einsatz für unsere Kirche“ erinnern. So könne sie sich symbolisch „an den Früchten deiner geleisteten Arbeit“ erfreuen.
„Ich möchte nur ‚Danke sagen‘, für die Kraft, die Talente und die Geduld“, erwiderte Maria Kapsner auf diese Würdigung, die Pfarrer Benedikt Oswald mit der Überreichung der Dankurkunde des Bischofs abschloss und zum anschließenden Stehempfang einlud.

Ein „herzliches Vergelt’s Gott und Gottes Segen!“ sagte Bischof Stefan Oster in einer besonderen Urkunde Maria Kapsner (2.v.r.) für ihren 50-jährigen Dienst als Kirchenpflegerin der Filialkirche Saldenburg, wozu ihr die „neue“ Kirchenverwaltung mit Kirchenpfleger Alois Weber (v.l.), PGR-Vorsitzendem Dr. Stefan Hundsrucker, Pfarrer Benedikt Oswald, Klaus Schrottenbaum und Josef Dannecker ebenfalls gratulierten und sie zur Ehrenkirchenpflegerin ernannten.

Foto: Thurnreiter

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