Pfarrkirche Thurmansbang “St. Markus”

Wegen des Waldreichtums, auch um das Pfarrdorf Thurmansbang, wird wohl das erste Gotteshaus ein hölzerner Bau gewesen sein. Im Jahre 1763 wurde die Thurmansbanger Pfarrkirche schließlich erneuert und vergrößert und ist seither mit seinem weithin sichtbaren Kirchturm das herausragende Gebäude im Pfarrdorf. In stilisierter Form ist die Kirche auch auf dem Wappen der Gemeinde zu sehen, die historische Bedeutung als Mittelpunkt in der Pfarrei und der Gemeinde wird so zum Ausdruck gebracht. Die Kirche ist ein barocker Sakralbau mit dreigliedrigem Grundriss; der Turm auf der Südseite des Chores setzt sich aus drei Bauelementen zusammen.
An der Mauer auf der Nordseite des Langhauses sind außen zahlreiche Epitaphien ehemaliger Thurmansbanger Ortspfarrer, Handwerkerfamilien und Lehrer eingelassen. Eine stattliche Mauer aus Granitstein säumt den „alten“ Friedhof ein, der die Pfarrkirche umschließt.
Überrascht wird der Besucher beim Betreten der Pfarrkirche, denn ihr schlichtes äußeres Erscheinungsbild verrät nicht, was einen im Inneren des Gotteshauses erwartet. Vor allem der reichlich ausgestattete Hochaltar ist es, der mit seinem barocken Säulenaufbau sofort die Blicke des Besuchers auf sich zieht. Er stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts und schmückte ursprünglich die Wallfahrtskirche Sossau in der Nähe von Straubing. Auf dem Altarbild ist der heilige Markus dargestellt, dessen Schutz die Kirche anempfohlen ist. Der Altartisch besitzt ein geschnitztes Antipendium mit Laub und Bandwerkornamenten aus der Zeit um 1730. Hoch über dem Volksaltar, an der Nahtstelle zwischen Chorraum und Langhaus, hängt ein großes barockes Holzkreuz. Die beiden Seitenaltäre sind Rokokoanlagen und neubarocke Anlagen aus der Zeit um 1906. Der „Leonhardi-Altar“ auf der rechten Seite der Kirche ist noch in seiner ursprünglichen Form erhalten. Der linke Seitenaltar, der „Marienaltar“, wird in der Mitte durch eine prächtige Marienfigur mit dem Jesuskind auf dem Schoß geziert. Diese herrliche Mariendarstellung war im Privatbesitz auf einem oberbayerischen Bauernhof und wurde erst 1960 für die Pfarrkirche erworben. Gestützt auf vier massive Granitpfeiler erstreckt sich die Empore quer über die volle Breite des Kirchenschiffes und nimmt insgesamt den Raum ein, der durch den Erweiterungsbau 1904 geschaffen wurde. Seit 1905 ist die Pfarrkirche mit einer Orgel ausgestattet, deren neubarocker Prospekt von dem Passauer Künstler Linner geschaffen wurde. Dem Betrachter werden auch die beiden ovalen und fünf rundbögigen Abbildungen in vergoldeten Rahmen an der Vorderseite der Empore nicht entgehen. Jesus in der Mitte, daneben links und rechts jeweils zwei Evangelisten sowie der Hl. Josef im linken und der Hl. Johannes Nepomuk im rechten Oval. Die vierzehn Kreuzwegstationen sind Kopien deren Originale in Neukirchen / Hl. Blut angefertigt wurden. Besonderes Interesse verdient der Taufstein, der sich an ein gotisches Vorbild anlehnt und möglicherweise eine volkstümliche Arbeit aus dem 17. Jahrhundert darstellt.

Empore mit der Orgel (Bj.1905) St. Markus Thurmansbang
Hochaltar St. Markuskirche Thurmansbang
"VENITE A DOREMUS" Kommt, lasset uns anbeten! Eingraviert im einheimischen Granit über dem Hauptportal
St. Markus Kirche Thurmansbang
Lebensgroß "Der Hl. Sebastian". Vor der Liturgiereform befand sich hier die Kanzel
Maria und Josef mit Jesus in der Mitte
Thurmansbang
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