“Gehen lassen wir Euch nicht“

Dank und „Background-Auftrag“ für ausgeschiedene PGR- und Kirchenverwaltungsmitglieder

„Gehen lassen wir Euch nicht“, betonte Pfarrer Benedikt Oswald bei der „Verabschiedung“ der ausgeschiedenen Pfarrgemeinderats- (PGR) und Kirchenverwaltungsmitglieder (KV) sowie der Pfarrsekretärin Bärbl Himpsl im Rahmen eines festlichen Sonntagsgottesdienstes. So sei es für ihn „kein Ab-schied nehmen oder in den Ruhestand schicken“, sondern vielmehr eine „Übernahme in einen anderen Dienst für unsere Pfarrgemeinde, sozusagen ein ‚Background-Auftrag‘“. Vor allem aber wolle man ein herzliches „Vergelt’s Gott!“ sagen für den teilweise Jahrzehnte langen Einsatz, erklärte der „neue“ Pfarrer.
Als er im letzten Jahr seinen Dienst in Zenting angetreten habe, war ihm schon bewusst, dass es Veränderungen geben werde, so Benedikt Oswald. Dass es nun doch so viele wurden, damit habe er nicht gerechnet. Er wolle sich selbst ganz in die Pfarrei einbringen, “brauche dazu aber auch eure Unterstützung“, so der Geistliche. Deshalb sei es für ihn heute auch kein Abschied nehmen oder in den Ruhe-stand schicken, sondern vielmehr eine „Übernahme in einen anderen Dienst für unsere Pfarrgemeinde“, als Unterstützer und Beter im Stillen, modern gesagt ein „Background-Auftrag“.
Mit einer Dankurkunde und einem kleinen Präsent dankten der Pfarrer und der neu gewählte Kirchenpfleger Georg Drasch den ausgeschiedenen KV- und PGR-Mitgliedern Iris Bauer, Mariele Wirth sowie Kirchenpfleger Erich Scheungraber, die wegen zusätzlicher Arbeits- und Familienbelastung oder aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr kandidiert hatten. „Es ist für mich keine leichte Aufgabe“, bekannte Drasch, habe er doch „viele Jahre erleben dürfen, mit welchem Engagement, Herzblut und Verantwortungsbewusstsein ihr die gestellten Aufgaben stets mehr als zufriedenstellend gelöst habt“. Ziel des PGR sei es, den Glauben mit Leben zu erfüllen, und der KV, das Haus Gottes als festes Fundament der Begegnung zu erhalten. „Dies habt ihr voll und ganz erfüllt“, dafür spreche ich euch meinen herzlichsten Dank aus“, betonte Georg Drasch, der einzeln die Arbeit der Ausgeschiedenen würdigte.
Iris Bauer habe als KV-Mitglied von 2013 bis 2018 ihr Wissen und Können aus dem Blickwinkel einer Frau und Mutter eingebracht und war dadurch „eine große Bereicherung“, obwohl sie mit dem Ehrenamt auch Familie, Kindererziehung und Berufsleben in Einklang bringen musste. Mariele Wirth war von 1998 bis 2018 Mitglied und seit 2006 auch PGR-Vorsitzende. Ihre Arbeit stand unter dem Motto „Der Mensch braucht ein gutes Wort und Unterstützung im Leben“. Dies habe sie bei ihrer Ar-beit, in der Öffentlichkeit oder bei Geburtstags- und Krankenbesuchen stets umgesetzt. „Du warst für uns eine feste Säule“, sei es bei der Gottesdienstgestaltung, bei Versammlungen oder bei den Pfarrfesten, stellte Drasch heraus. Dabei konnte sie auch auf die Unterstützung ihres Ehemannes Alois vertrau-en. „Sie hatte alles im Griff und scheute keine Herausforderung“, brachte es Drasch schließlich auf den Punkt. Ihr verdienstvolles Wirken sei mit der Verleihung der Stephanus-Plakette gewürdigt worden.
„Leider“, fuhr Drasch fort, müsse man sich auch von Erich Scheungraber trennen, der von 2001 bis 2018 als Kirchenpfleger fungierte und den es „nur einmal auf der Welt“ gebe. Unermüdlich war er fast Tag und Nach für „seine“ Kirche wie für sein Eigentum im Einsatz, ob im Pfarrbüro, bei Besuchen in der Finanzkammer der Diözese, um Zuschüsse zu ergattern, oder bei den vielen Stunden bei den Renovierungen von Kirche, Pfarrhof, Friedhof, Jugendheim und vielem mehr. „Unter deiner Führung ist in den letzten 18 Jahren eine Generalsanierung sämtlicher, kirchlicher Gebäude erfolgt“, fasste Drasch zusammen. Eine „Selbstverständlichkeit“ waren für ihn die laufenden Arbeiten, wie Winterdienst, Pflege des Pfarrgarten „mit Obsternte“, ob beim Entrümpeln des Dachbodens bis zum Glockenturm, über-all war Erich „am Werk“. Dafür wurde auch er mit der Stephanus-Plakette ausgezeichnet, wusste sein Nachfolger und langjähriger Mitstreiter. Pfarrer Benedikt Oswald überreichte Erich Scheungraber für seine 18-jährige Tätigkeit als Kirchenpfleger zusätzlich eine von Generalvikar Dr. Klaus Metzl unter-zeichnete Dankurkunde der Diözese, die mit einem Gutschein für den Domladen verbunden war, und einen „Schmankerlkorb“ von der Pfarrei. Mit dem „Segen Gottes“ und mit „Orgelgebraus“ schlossen Verabschiedung und Gottesdienst. – th
Evtl. in einen besonderen „Rahmen“ zu obigem Bericht setzen:

„Die Bärbl (Himpsl) geht, der Pfarrer bleibt…“
Nach 30 Jahren in den Ruhestand verabschiedet

„Der Pfarrer geht, die Bärbl bleibt…“ titelte der „Grafenauer Anzeiger“ im Vorjahr zum 25-jährigen Dienstjubiläum der Zentinger Pfarrsekretärin Barbara („Bärbl“) Himpsl. Nach 30 Jahren in Pfarrhof und Pfarrbüro hieß es nun für sie „Die Bärbl geht, der Pfarrer bleibt“ – und das, so wünschte sie „hoffentlich recht lange“, denn in diesen langen Jahren, zunächst als Pfarrhaushälterin und später als Pfarrsekretärin habe sie sechs Pfarrherren „verschlissen“, wie sie bei ihrer Verabschiedung durch Pfarrer Benedikt Oswald am vergangenen Sonntag schmunzelnd anmerkte.
Eines der ersten Gesichter, die er sich einprägte, war jenes der Pfarrsekretärin Bärbl Himpsl, erklärte Oswald. Sie sei wohl über viele Jahre das prägendste Gesichte der Pfarrei gewesen und für viele seiner Vorgänger, aber auch für die Pfarrangehörigen, erste Ansprechpartnerin. „Das Pfarrbüro war ihr zweites Wohnzimmer“, stellte er schmunzelnd fest. Nach 30 Jahren sei nun aber auch für sie die Zeit gekommen, sich in den wohlverdienten Ruhestand zurückziehen zu dürfen. Nun habe sie mehr Zeit für ihre Enkel, für Reisen und ihren Ehemann Rudi.
Sie sei aber nicht nur eine äußerst gewissenhafte Pfarrsekretärin gewesen, die mit ihm sieben Pfarrherren eine verlässliche Stütze war, sondern in fast zehn zusätzlichen Aufgaben in der Pfarrei involviert: zunächst als Pfarrhaushälterin, als (Aushilfs-) Mesnerin, Putzfrau, Organisatorin, Schreibkraft für Vereine, den Bürgermeister und den Frauenbund und, und, und. „Liebe Bärbl, deshalb können wir auch dich nicht einfach gehen lassen“, sondern hoffe, dass sie im „Background“ weiterhin das Pfarr-leben bereichere. Dass sie damit voll und ganz verbunden sei, zeige auch ihr Wunsch nach einem besonderen Geschenk: keine Reise, kein Hobby-Utensil oder ähnliches, „sondern ein neues, elektronisches Schloss für die Kirchentüren“, lüftete Oswald deren „geheimsten Wunsch“ und lieferte die Begründung gleich nach: „weil sie dadurch entlastet würde zugunsten einer längeren Schlafenszeit“, denn sie sei auch für die Schließung der Kirchentüren zuständig gewesen. Bis die bereits bestellten, neuen Schließzylinder eingebaut seien gebe es deshalb „nur“ einen Blumenstrauß für die unzähligen Dienste und Arbeitsstunden unter sieben Pfarrherren, schloss Pfarrer Oswald.
„Ich freue mich auf den neuen Lebensabschnitt“ so Bärbl Himpsl, der ihr „mehr Zeit für Hobbys, für meine Enkel und meinen Ehemann Rudi“ bei guter Gesundheit bescheren möge. Sie danke allen, die ihr vor allem in den Anfangsjahren zur Seite standen, als viele Dinge für sie noch „böhmische Dörfer“ waren, insbesondere den Kollegen im Ordinariat Passau und meinem Ehemann Rudi. Sie wünsche ihrer Nachfolgerin, Astrid Maier, „alles Gute für die zusätzliche Arbeit aus Zenting und Ranfels“ und danke ihr für eine „wirklich allerbeste, kollegiale, freundschaftliche Zusammenarbeit“.

Foto 1 – Ruhestand Bärbl Himpsl
Ein Abschied mit Wehmut: Pfarrer Benedikt Oswald und Kirchenpfleger Georg Drasch (rechts) verabschieden Pfarrsekretärin Bärbl Himpsl nach 30 Jahren im Dienste der Pfarrei Zenting.

Foto 2 – Verabschiedung PGR- u. KV-Mitglieder
Ein herzliches ‚Vergelt’s Gott!“ sagten Pfarrer Benedikt Oswald und der neue Kirchenpfleger Georg Drasch (rechts) dem bisherigen Kirchenpfleger Erich Scheungrab (ab 2.v.l.), Pfarrsekretärin Bärbl Himpsl, PGR-Vorsitzender Mariele Wirth und Iris Bauer. – Foto: Thurnreiter

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